Pflaster
Beton. Aber was genau ist eigentlich Beton???
Aus den natürlichen Rohstoffen Kies und Sand, Zement und Wasser entsteht der Baustoff Beton. In unterschiedlichen Mischungsverhältnis (je nach Verwendungszweck) wird der feuchte Frischbeton in Formen gefüllt und verdichtet. In Regalanlagen erhärtet er dann (je nach Form und Abmessung) zu Pflaster, Platten oder anderen Betonfertigteilen. Das Mischungsverhältnis und die Verarbeitungsart bestimmt die Tragfähigkeit, die Haltbarkeit und die Struktur des Produktes. Nahezu alle Rohstoffe für Beton kommen in der Natur vor und sind zu 100% wieder verwendbar, ob als gebrochenes Material z.B. im Straßenbau oder als gebundener Form bei der Herstellung neuer Betonbauteile. Nun geht es aber ans eingemachte.
1. Ausschachten
Bereits beim Ausschachten muss das Oberflächengefälle des Pflasters berücksichtigt werden. Bei Terrassen und Einfahrten muss es vom Haus wegführen, bei Wegen wird das Wasser zu den Seiten hin abgeleitet. Das Gefälle muss 1 bis 2 % betragen, was 1,0 bis 2,0 cm auf einen Meter entspricht.
2. Drainage
Wenn die Ableitung des Regenwassers in das Erdreich nicht gewährleistet ist, muss eine Drainage eingebaut werden. So sind bei Garagen mit negativem Gefälle und wenn Wasser von einer gepflasterten Fläche auf die Straße oder in Hausrichtung läuft, Entwässerungsrinnen erforderlich. Im Handel sind heute Drainagerinnen und Hofeinläufe in unterschiedlichsten Größen komplett mit allem notwendigen Zubehör wie Abdeckroste, Anschlussrohre, Geruchsverschluss usw. erhältlich. Zum Auffüllen des Unterbaus eignen sich grobe poröse Materialien wie Grobkies, Schlacke oder Bauschutt. Da der Unterbau anschließend mit einem Rüttler bearbeitet wird, ist es ratsam, das Material etwas höher aufzuschütten. Es gibt beim Verdichten 1,0 bis 2,0 cm nach. Die Ablaufrinnen verlegt man in einem etwa 10,0 cm dicken Betonbett mit leichtem Längsgefälle von min. 0,5 % zur Abflussmöglichkeit, damit Wasser und Schmutz nicht stehen bleiben, sondern weiter geleitet werden und Schlamm z. B. in einem Einlaufkasten abgefangen werden kann. Rinnen und Einlaufe sollten möglichst einen Anschluss ans Hausabwasser haben.
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Aufbau der Pflasterfläche, Frostschutzschicht und Tragschicht Pflasterbefestigungen sind mehrschichtig aufgebaut. Die Abbildung zeigt beispielhaft den Schichtenaufbau, der grundsätzlich eingehalten werden muss, um später Schäden an der Pflasterfläche auszuschließen. Der Untergrund muss auf gewachsenem oder gut verdichtetem Boden liegen! |
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Schichtenaufbau einer Pflasterbefestigung |
3. Oberbau
Als Oberbau wird der oberhalb des Planums liegende Teil des Aufbaus einer Pflasterfläche bezeichnet. Er kann aus einer oder mehreren Tragschichten und der Decke bestehen. Die Dicke des Oberbaus wird u.a. durch die Frostempfindlichkeit des Untergrunds/Unterbaus und der Frosteinwirkzone bestimmt. Bei Bauweisen mit Pflasterdecke wird bevorzugt wie in der Skizze "Schichtenaufbau einer Pflasterbefestigung" (oben) dargestellte Oberbauvariante eingesetzt. Man unterscheidet im wesentlichen zwei Bauweisen, und zwar Tragschicht auf Frostschutzschicht oder Tragschicht auf Schicht aus frostunempfindlichem Material.
4. Tragschicht
Die Tragschicht ist das Element, das die aufkommenden Lasten (PKW-Verkehr usw.) verteilt und in die darunter liegenden Schichten bzw. den Untergrund abführen muss. Die fachgerechte Herstellung der tragenden Schichten ist maßgebend für die Dauerhaftigkeit einer Verkehrsflächenbefestigung. Als Tragschichtmaterial können entweder ungebrochene (Kiese) oder gebrochene Mineralstoffe (Schotter) eingesetzt werden. Die Wasserdurchlässigkeit der Tragschicht zum Untergrund muss sichergestellt sein. Grobe Stellen sind mit kornabgestuftem Material nachzubessern. Die Oberfläche muss geschlossen sein, sonst könnte das Bettungsmaterial in den Schotter rieseln und den Pflasterbelag verformen.
5. Einfassen und Abstecken
Die genaue Markierung der späteren Pflasterfläche gehört zu den wichtigsten Vorarbeiten. Bei Plätzen und Wegen mit gerade verlaufenden Rändern reicht es, die Markierungspflöcke an den Eckpunkten zu setzen. Die Pflöcke müssen tief genug eingeschlagen werden. Die Markierungspflöcke sollten nicht zu nahe am Rand der geplanten Pflasterfläche platziert sein, damit sie bei den weiteren Arbeiten nicht stören. In Höhe der geplanten Pflasteroberfläche werden dann die Pflöcke mit einer Schnur verbunden. Dabei sollte schon das Gefälle berücksichtigt werden. Die Schnur muss straff gespannt sein und darf an keiner Stelle durchhängen. Um das Gefälle zu kontrollieren eignet sich eine 1 m lange Latte mit einem am Ende aufgenagelten Holzstück, das (je nach Gefälle) 1,0 oder 2,0 cm stark ist. Ist die Latte in der Waage, stimmt das Gefälle. Bei kreisförmigen Rändern wird, wie bei einem Zirkel, vom Kreismittelpunkt mit Hilfe der gespannten Schnur die gebogene Randlinie ermittelt. Wichtig ist, dass sich die Schnur dabei nicht um den Pflock wickelt. Bei Kreislinien setzt man die Markierungspflöcke in kürzeren Abständen.
6. Die Randeinfassung
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unbefestigter Rand |
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befestigter Rand |
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Pflasterstein als Randstein Tiefbord/Palisade als Randstein |
7. Bettung
Es ist das Lager für die Pflastersteine und hat die Aufgabe, die Höhentoleranzen (laut DIN 18501) einzelner Steine auszugleichen. Das Pflasterbett muss immer mit der geforderten Querneigung und der gleichen Genauigkeit wie die Pflasterdecke hergestellt werden. Das Bettungsmaterial Wegen ihrer Wasserdurchlässigkeit empfehlen wir Ihnen folgende Materialien:
Sand 0/2 oder 0/4 mm
Splitt 1/3 mm
kornabgestuftes Brechsand-Splittgemisch 0/5 mm.
Das Größtkorn darf 8 mm nicht überschreiten. Bitte beachten Sie unbedingt, dass bindige, schluffige und feinere Sande als 0/2 mm sowie nicht abgestufte Körnungen ungeeignet sind! Das Bettungsmaterial muss auch so beschaffen sein, dass das Einrütteln der Steine problemlos möglich isf. Material, das sich nicht oder schlecht verdichten lässt, kann beim Abrütteln Schäden an den Steinen verursachen. Im späteren, abgerüttelten und somit verdichteten Zustand sollte die Höhe des Pflasterbetts ca. 3-5 cm betragen. Ganz wichtig: Verdichten Sie das Pflasterbett nicht. Zusammen mit den Betonsteinen wird es abgerüttelt Tragen Sie die Bettung gleichmäßig dick auf. Diese darf allerdings nicht dazu dienen, Unebenheiten in der Tragschicht auszugleichen. Solche Unregelmäßigkeiten können bereits beim Abrütteln der Steine zu Verformungen in der Pflasterfläche führen, die durch die spätere Verkehrsbelastung verstärkt werden.
8. Verlegung
Wegen der Zugabe natürlicher Rohstoffe unterliegen Betonpflastersteine naturgemäß geringen Farbschwankungen. Verlegen Sie daher die Steine immer aus mindestens drei Paketen und innerhalb des Paketes aus mehreren Lagen gleichzeitig. Dies gilt insbesondere für nuancierte Pflastersteine. So vermeiden Sie großflächige Farbkonzentrationen in der Fläche und erhalten ein harmonisches Gesamtbild. Die Pflasterverlegung erfolgt grundsätzlich über Kopf, d. h. von der bereits verlegten Fläche aus, so dass das abgezogene Pflasterbett dabei nicht betreten wird. Die Verlegung der Steine erfolgt höhen-, winkel- und fluchtgerecht mit Schnur oder Lehre. Pflastersteine niemals knirsch aneinanderlegen, da sonst die Kanten abplatzen und Fertigungstoleranzen nicht ausgeglichen werden können. Bei Wegen sollten die Pflasterreihen quer zur Gehrichtung verlaufen. Die Bettung muss gleichmäßig dick aufgetragen werden. Sie darf nicht dazu dienen, unzulässige Unebenheiten der Tragschicht auszugleichen. Unregelmäßigkeiten in der Dicke des Pflasterbettes können bereits beim Abrütteln zu Verformungen führen, die sich später durch die Verkehrslasten weiter verstärken.
9. Fugenausbildung
Die Fugenbreite muss 3,0-5,0 mm betragen (DIN 18318). Der untere Wert darf nicht unterschritten werden, damit eine vollständige Füllung der Fugen erreicht werden kann. Der obere Wert sollte nicht überschritten werden, damit sich das Fugenmaterial gut verfestigen kann. Abstandhalter sind kein Ersatz für das vorgeschriebene Fugenmaß.
10. Verfugung
Verfüllen Sie die Fugen zur Lagesicherung der Steine kontinuierlich mit dem Verlegen. Eine vollständig gefüllte Fuge ist der beste Garant für das Abstützen der Steine untereinander, also für die Aufnahme von Horizontalkräften.
11. Fugenmaterial
Als Fugenmaterial werden in der DIN 18318 Sand, Kiessand und Brechsand aufgeführt. Geeignete Körnungen: Sand 0/2 mm oder 0/4 mm, Splitt 1/3 mm oder 2/5 mm oder ein abgestuftes Gemisch aus Brechsand und Splitt 0/3 mm oder 0/5 mm, je nach Fugenbreite.
12. Abrütteln/Verdichten
Vor dem Abrütteln (Verdichten) die Pflasterfläche ausreichend mit Fugenmaterial einfegen und überschüssiges Fugenmaterial vollständig abkehren. Die Fläche ist mit einer leichten Rüttelplatte unter Verwendung einer Platten-Gleit-Vorrichtung bis zur Standfestigkeit abzurütteln. Falls keine seitliche Begrenzung durch Einfassungssteine vorhanden ist, muss die Pflasterfläche in jedem Fall vor dem Abrütteln gegen seitliches Auswandern abgesichert werden. Die Fläche ist in mehreren Arbeitsgängen einzuschlämmen und nachzusanden, bis die Fugen vollständig geschlossen sind.
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