Teichbau
Standortwahl:
Die Wahl des Standortes wird maßgeblich von der Größe des geplanten Teiches sowie den Wünschen des Teichbesitzers bestimmt. Darüber hinaus sind vor allem folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen: Da Wärme und Licht das Pflanzenwachstum und das Leben in einem Teich fördern, ist ein sonniger Standort ideal. Entsprechend schnell erfolgt die Belebung nach der Winterruhe im Frühjahr. Deshalb sollte ein Teich so angelegt sein, dass eine tägliche Sonneneinstrahlung von mindestens 6 Stunden gewährleistet ist. Nur so kommen z. B. Seerosen überhaupt zum Blühen. Eine Längsausdehnung des Teiches Süd-Nordwest/Nordost fördert eine rasche Erwärmung bei niedrigem Sonnenstand im Frühjahr. Um eine zu hohe Aufheizung des Wassers bei starker Sonneneinstrahlung zu vermeiden {Gefahr von Sauerstoffmangel!), ist es günstig, wenn ein Teil des Teiches im Schatten liegt (ideal: Schatten zur Mittagszeit, Sonneneinstrahlung während des restlichen Tages). Sollen vor allem Fische den Teich bewohnen, sind größere Schattenbereiche einzuplanen. Dies ist umso wichtiger, je kleiner und flacher ein Teich ist. Die unmittelbare Nahe größerer Bäume sollte nach Möglichkeit gemieden werden, um eine zu starke Beschattung, den Eintrag organischer Substanz durch den herbstlichen Laubfall {Nährstoffeintrag!) und unnötige Wurzelverletzungen (!) beim Aushub der Teichmulde zu vermeiden. Bei Festlegung der Lage sind auch mögliche Spiegelungen {Sträucher, Bäume Gebäude usw.), die zu reizvollen optischen Effekten führen können, zu berücksichtigen und im Hinblick auf ihre Wirkung zu beurteilen. Um Naturbeobachtungen zu erleichtern und den Erlebniswert zu erhöhen, ist es vorteilhaft, wenn der Teich von einer Seite gut zugänglich und einsehbar ist, indem er z. B. in der Nähe des Hauses, z.B. der Terrasse, im Blickbereich des Wohnzimmers, oder eines Sitzplatzes angelegt wird. Der Teich sollte sich harmonisch in die Umgebung einfügen und zum Stil des Hauses passen. Tiefer gelegene, feuchte Bereiche {Feuchtsenken) eines Grundstückes lassen die Lage eines Teiches als besonders natürlich erscheinen. Ggf. lässt sich mithilfe des Aushubes der Eindruck einer Vertiefung erzeugen.
1. Markierung der Teichumrisse
Um eine Vorstellungen über Größe und Form des späteren Teiches zu gewinnen, kann man die Umrisse mit einem langen Gartenschlauch oder einer Schnur markieren. Dann werden die Teichumrisse wie auch die geplanten Wasserzonen mit Sand gekennzeichnet. Bedenken Sie, dass sich die offene Wasserfläche um die Sumpfzone verringert (Teichfläche - Sumpfzone = offene Wasserfläche).
2. Aushub der Teichmulde
Klären Sie, ob an der geplanten Stelle irgendwelche Kabel (z.B. Strom, Telefon) oder Rohrleitungen (z.B. Wasserleitung) verlaufen.
3. Festlegung der Teichhöhe
Der spätere Teichrand muss exakt überall gleich hoch sein, damit der spätere Teich nicht an einer Stelle ausläuft. Zur Nivellierung werden in gewissen Abständen zur markierten Teichform Holzpflöcke eingeschlagen. Mit dem Nivelliergerät wird die erforderliche Höhe ausgemessen und auf die Pflöcke übertragen. Zur deutlichen Kennzeichnung der Teichhöhe während des Aushebens der Teichmulde können die einzelnen Höhenpflöcke mit einer Schnur untereinander verbunden werden. Auf durchlässigen Böden kann bei starken Niederschlägen aus dem Teich überlaufendes Wasser normalerweise problemlos versickern. Dort, wo die Aufnahmefähigkeit des Bodens zu gering ist, sollte ein Überlauf eingeplant werden. Dazu wird an einer geeigneten Stelle der Teichrand etwas abgesenkt, sodass überflüssiges Wasser dort austritt. Über eine mit einem Gefälle (2 bis 3 %) versehene Rinne kann das überfließende Wasser in eine mit grobem Kies gefüllte Sickergrube geleitet werden. Gut geeignet ist auch ein Überlauf zu einer nicht in Verbindung mit dem Wasser des Teiches stehenden Sumpfzone. Dazu wird der Teichrand über die gesamte angrenzende Strecke zur Sumpfzone hin um wenige Zentimeter abgesenkt. Wie berücksichtigt man später einzubringende Sand- und Substratschichten? Sind z.B. 30 cm zusätzlich zu berücksichtigen, ergibt sich die folgende Vorgehens weise, bei der die Erdschichten nach und nach abgetragen werden: Zunächst wird die gesamte Fläche 40 cm tief abgetragen (40 cm - 30 cm = 10 cm tiefe Sumpfzone). Der Bereich der späteren Flach- und Tiefwasserzone wird danach nochmals um 20 cm vertieft. Die Wassertiefe der späteren Flachwasserzone beträgt dann 30 cm. Innerhalb dieser nun 60 cm tiefen Zone wird dort, wo die Tiefwasserzone geplant ist, eine weitere Vertiefung vorgenommen, sodass schließlich eine Tiefe von 1,30 m erreicht wird (1,30 m - 30 cm Sand-/Substratschicht = 1 m Wassertiefe). Da der spätere Wasserstand mindestens 10 cm unterhalb der Uferlinie liegt, sollte man generell 10 cm tiefer ausheben, als zuvor ausgerechnet. Kleinere Teiche können von Hand ausgehoben werden. Bei größeren Teichen empfiehlt sich der Einsatz eines Baggers, ggf. eines Minibaggers. Pflanzterrassen bzw. -mulden können nach dem Grobaushub mit Spaten und Schaufel nachmoduliert werden. Sie sollten etwas eingesenkt werden, damit der eingefüllte Boden nicht abrutscht. Der Unterboden kann für die weitere Gestaltung des Gartens verwendet werden, z. B. Steingarten, Wall, oder für den Teichgrund. Der fruchtbare Oberboden ist dazu nicht geeignet. Er kann auf Pflanzflächen verteilt werden.
4. Einbringung einer Sandschicht oder eines Vlies
Nachdem der Teichboden von Steinen, scharfen Gegenständen und evtl. aus dem Boden herausragenden Wurzeln gesäubert ist, wird er geglättet und verdichtet. Zum Schutz der Teichfolie und zum Auffangen des Wasserdrucks wird eine 5 bis 10 cm dicke Sandschicht eingebracht. Damit die Folie überall lückenlos aufliegt, ist das Sandbett zu glätten. Bei einem steinigen Untergrund oder der Gefahr eines Unterwurzelns der Folie kann es von Vorteil sein, statt des Sandes oder auch zusätzlich eine synthetische Vliesmatte (sog. Geovlies aus Polyester-Gewebe) als Folienunterlage zu verwenden. Sie bietet zudem eine größere Sicherheit vor Folienschäden durch Nagetierfraß (z. B. Wühlmäuse). Auch für steilere Böschungen, von denen der Sand abrutschen würde, ist ein solches Vlies gut geeignet.
5. Ermittlung der Foliengröße
Zur Ermittlung der Foliengröße eignet sich am besten ein Bandmaß oder eine Schnur. Auf allen Seiten sollte sie mindestens 50 cm über den Teichrand hinausragen. Lieber etwas größer als zu klein bemessen!
Beispiel:
Folienlänge
| Längste Seite des Teiches | + |
| 2x Teichüberstand (mind 0,50m) | + |
| 2x Tiefstestelle des Teiches |
Folienbreite
| Breiteste Seite des Teiches | + |
| 2x Teichüberstand (mind 0,50m) | + |
| 2x Tiefstestelle des Teiches |
6. Einlegen der Teichfolie
Die Teichfolie wird über die Grube ausgebreitet (am besten mit mehreren Leuten), herabgelassen und locker ausgerichtet, damit sie sich beim späteren Wassereinlassen der Teichform ohne Spannungen anpassen kann. Auftretende Falten zieht man so gut es geht glatt. Vermeiden Sie Hohlräume. Das Ausbreiten der Folie in der Sonne vor dem Einbringen in die Teichmulde macht sie weicher und geschmeidiger und erleichtert damit das Verlegen. Weit überstehende Ränder können abgeschnitten werden. Der genaue Zuschnitt erfolgt sicherheitshalber aber erst, wenn das Wasser im Teich und der Rand gestaltet ist. Zur provisorischen Befestigung der Folie wird der Folienüberstand an den Teichrändern mit Erde oder größeren Steinen beschwert.
7. Einbringung von Bodengrund
Als Bodengrund eignet sich vor allem nährstoffarmer, lehmhaltiger Unterboden. Da die meisten Wasser- und Sumpfpflanzen Flachwurzler sind, reicht eine Bodenschicht von 20 bis 30 cm aus. Häufig wird das Einbringen von Bodengrund auf die Sumpfzone beschränkt. Pflanzen der Tiefwasserzone werden dann in mit Substrat gefüllte Pflanzkörbe gesetzt.
8. Einlassen von Wasser
Der Teich wird langsam mit Wasser gefüllt. Dabei wird die Folie durch den sich aufbauenden Wasserdruck nach und nach in den Teich gezogen. Ideal zur Auffüllung eines Teiches ist Regenwasser. Aber auch Leitungswasser ist, wenn auch eigentlich zu kostbar, geeignet. Die beim Einleiten entstehende Trübung des Wassers verschwindet nach einigen Tagen, wenn sich die aufgewirbelten Schwebstoffe abgesetzt haben. Ein unnötiges Aufwirbeln des Bodengrundes beim Einfüllen kann vermieden werden, indem das Wasser zunächst in einen Eimer läuft, aus dem es dann in den Teich überläuft. Sollte das Wasser an einer Stelle überlaufen, kann die Folie hier unterfüllt werden, sofern der Wasserstand an anderer Stelle noch zu niedrig ist.
Teichrandgestaltung Bei der Gestaltung des Teichrandes geht es darum:
" diesen so natürlich wie möglich erscheinen zu lassen,
" in den Teich gefallenen Kleintieren ein Herausklettern zu ermöglichen und
" Wasserverluste durch die Saug Wirkung des angrenzenden Bodens (Kapillarkraft) zu verhindern."
Naturnahe Teichrandgestaltung Achten Sie darauf, dass der Folienrand überall verdeckt ist. Ein sichtbarer Rand sieht nicht nur unschön aus, sondern verkürzt auch die Haltbarkeit der Folie, da sie permanent den Witterungseinflüssen, vor allem der UV-Strahlung, ausgesetzt ist. Zur Abdeckung kommen verschiedene Materialien, wie z.B. Rollkies, Findlinge, Platten oder Grassoden (20 x 40 cm) infrage. Ein Kiesel- oder Steinufer sollte bis ins Wasser reichen, sodass auch bei fallendem Wasserstand die Folie nicht sichtbar wird. Zum Kaschieren der Teichränder eignen sich auch Stauden, die zur Wasserfläche überhängen. Ferner werden auf dem Markt so genannte Steinfolien angeboten. Es handelt sich dabei um mit kleinen Kieseln beschichtete Folien, die ohne Probleme verklebt oder verschweißt werden können. Böschungsmatten aus Kunststoff oder Kokosfasern mit oder ohne spezielle Pflanzentaschen ermöglichen auch die Bepflanzung steil abfallender Ufer. Die Gestaltung ist gelungen, wenn nicht erkennbar ist, ob es sich um einen natürlichen oder künstlich angelegten Teich handelt. Dies bedingt z. B. auch eine abwechslungsreiche Gestaltung.
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